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 Werkstattbroschüre Familienpolitik - rechter Rand

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BeitragThema: Werkstattbroschüre Familienpolitik - rechter Rand   Mo Feb 18, 2008 11:23 am

Liebe Frauen,
hier der Entwurf des kapitels "rechter rand" für die Werkstattbroschüre:
leider sind die Rahmen der zitate verloren gegangen durch das Format im forum
Werkstattbroschüren

Familienpolitik

Das Projekt 4 in 1

1. Fallbeispiel CM
Erziehungsgehalt, Familiennetzwerk Fischen am rechten Rand

Dafür waren wir Saar-Pfälzerinnen verantwortlich. Wir haben diesen Teil gegliedert und unter uns folgendermassen aufgeteilt:

a) programmatische Aussagen, der Linken.Saar und der LAG Familienpolitik:
Esther Didier

...
b) Ausserungen von Christa Müller (Artikel, Diskussionen, Erklärungen, buch, Talks,
Margret Lorenz
...
c) Die netzwerke, die Unterstüzer, rechter Rand
Christel Buchinger

Dieser folgt hier Teil 1
c) Die Netzwerke, die Unterstützer

Die Positionen, die Christa Müller und die LAG Familienpolitik Saar vertreten, sind nicht nur objektiv in die politische Nähe von rechts-konservativen Kreisen angesiedelt, Christa Müller und ggf. auch der LV Saar der Linkspartei suchen und pflegen den Kontakt in diese Kreise.

So hatte Die Linke.Saar zu einer familienpolitischen Fachkonferenz eingeladen. Vorgesehen waren diverse Referate. Neben dem Landesvorsitzenden Rolf Linsler und Christa Müller war auch Partei- und Fraktionsvorsitzender Lafontaine im Podium vertreten. Daneben waren Experten geladen, deren Meinung der Linke.Saar wichtig war. Christa Müller kennt sie seit längerem und arbeitet mit ihnen im „Familiennetzwerk“ zusammen.

Das Familiennetzwerk und sein Umfeld
Das Familiennetzwerk ist einem konservativ-christlichen Familienbild verpflichtet. Auch sog. „Lebensschützer“ gehören ihm an. Ferner die politisch rechts außen angesiedelte "Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft" Hamburg. In den Vorträgen und den Publikationen der letzteren geht es oft um geschichtsrevisionistische Themen, wie die Relativierung der Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg und die Forderung nach Straffreiheit für die Holocaustleugnung. Die SWG wird deshalb als wichtiges Scharnier zwischen Konservativen und Rechtsextremisten angesehen mit personellen Überschneidungen mit rechtsextremen Organisationen. Auf der Website dieser Organisation wird im Übrigen neben dem Familiennetzwerk auch für die Junge Freiheit geworben.

Teil 2 folgt
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BeitragThema: Rechter Rand Teil 2   Mo Feb 18, 2008 11:24 am

Träger des "Familiennetzwerks" ist der "Familien e. V.", eine "Initiative für Mütter". Bekanntes Fördermitglied ist Eva Hermann, was fraglich macht, dass ihre Aussage über den Wert der Familie im Faschismus ein Ausrutscher war; eine bestimmte Nähe zu rechts aussen kann angenommen werden kann. Eine weitere Veranstaltung dieses ominösen Netzwerks, auf dem auch Christa Müller auftrat (s.u.) verantwortet die Paneuropa-Union, die sich dadurch auszeichnet, dass sie ultrarechts aber nicht völkisch ist.

Das Familiennetzwerk war Veranstalterin eines Kongresses zur Krippenbetreuung der mit dem "Frankfurter Appell" endete. Nach eigenen Aussagen war es ein „Treffen internationaler Bindungsforscher und Entwicklungspsychologen zur Frage "Was brauchen Kleinstkinder?"“

"Frankfurt (pts/07.05.2007/12:05) - Über die Auswirkungen und Risiken der frühzeitigen Trennung von Mutter und Kind durch Krippenbetreuung referierten am Wochenende in Frankfurt/Main u.a. Sir Richard Bowlby, Großbritannien, Prof. Gordon Neufeld, Kanada, Prof. Sulova, Tschechien, Dr. Steve Biddulph, Australien, Prof. Ronald Grossarth, Heidelberg, Prof. Theodor Hellbrügge, München und Prof. Johannes Pechstein, Mainz. Tagungsort war die Johann-Wolfgang Goethe Universität."

Am Ende der zweitägigen Konferenz wurde der "Frankfurter Appell zum Kindeswohl" unter großem Beifall der rund 450 Teilnehmer verabschiedet:

"Frankfurter Appell zum Kindeswohl
"Der internationale Kongress vom 4./5. Mai in Frankfurt hat erneut die fundamentale Bedeutung der intensiven Kind-Mutter-Beziehung, v. a. in den ersten drei Lebensjahren bekräftigt. Die Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit dieser Bindung prägt nachweislich in hohem Maße die emotionale, geistige und soziale Entwicklung für das ganze Leben. Mutterentbehrung in den ersten drei Lebensjahren gefährdet die störungsfreie Entwicklung des Kindes. Daher dürfen Eltern nicht gedrängt werden, ihr unter dreijähriges Kind aus finanziellen Gründen fremd betreuen zu lassen. Wenn dennoch außerfamiliäre Betreuung notwendig wird, ist einer vertrauten Tagesmutter der Vorzug zu geben.

Denn neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Krippenerziehung bleibt Risikoerziehung. Wenn Krippenbetreuung unvermeidlich ist, sollten unbedingt ein Betreuungsschlüssel von drei Babys/Kleinstkindern pro Erzieherin und eine mehrmonatige Eingewöhnungszeit mit der Mutter gewährleistet sein.

Wir appellieren an die Gesellschaft und die Politik, Mütter und Väter in dem entscheidenden primären Bindungsprozess mit ihrem Kind zu unterstützen. Der Staat ist aufgefordert, Eltern und Kindern genügend Zeit und Geld zu belassen, bzw. zur Verfügung zu stellen, um jedem Kind die ersten drei Lebensjahre in seiner Familie zu ermöglichen."
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070507022

"Dieser Appell wird an die Bundesregierung, die 16 Landesregierungen und Abgeordnete des Deutschen Bundestages übersandt. Veranstalter der Tagung war das Familiennetzwerk Deutschland, gemeinsam mit Prof. Johannes Pechstein, ehem. Direktor des Kinderneurologischen Zentrums Rheinland-Pfalz, Institut für soziale Pädiatrie. Nähere Informationen zum Kongress unter: http://www.familiennetzwerk-deutschland.de"


Es folgt Teil 3
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BeitragThema: Rechter Rand Teil 3   Mo Feb 18, 2008 11:25 am

Das Familiennetzwerk engagiert sich – ähnlich wie Christa Müller – gegen die Krippenpläne von Bundesfamilienministerin von der Leyen.

"Familiennetzwerk ermittelt realen Krippenbedarf
100.000 statt 500.000 zusätzliche Krippenplätze sind bei echter Wahlfreiheit ausreichend

Hollern (pts/30.03.2007/13:20) - Wenn die jungen Frauen in Deutschland echte Wahlfreiheit hätten, würden fast 70% ihre Kinder in den ersten 3 Lebensjahren selbst erziehen und nicht in die Krippe geben. Das ergibt eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut IPSOS im Auftrag des Familiennetzwerkes Deutschland jetzt durchgeführt hat. Bei finanzieller Entscheidungsfreiheit würden lediglich 26 Prozent der jungen Mütter ihr Kind vor Vollendung des 3. Lebensjahres in die Krippe geben. Auf der Basis der Geburtenzahl des Jahres 2005 würden demnach nur 100 000 neue Krippenplätze gebraucht statt der 500.000 , die Ministerin von der Leyen fordert. Bei sinkender Geburtenzahl läge die Zahl der benötigten Krippenplätze noch weit niedriger.

Die genaue Aufstellung der Zahlen ist auf der Internetseite des Familiennetzwerkes Deutschland zu finden (http://www.familie-ist-zukunft.de)"
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070330023

"Die deutsche Familienpolitik ist unverantwortlich und verfassungswidrig
Erhöhtes Gefahrenpotenzial durch Mutterentzug

Hollem (pts/29.10.2007/11:38) - Kinder von ihrer Mutter zu trennen ist offenbargefährlicher für ihre Entwicklung als bisher angenommen. Das geht aus einer neuen Längsschnittstudie hervor, die der Heidelberger Präventionsmediziner Professor Ronald Grossarth durchgeführt hat. Die überraschenden Ergebnisse wird er am 11.11.07 ab 11 Uhr in der Katholischen Akademie in Berlin bei einem Symposium vorstellen. Sein Resümee: "Vorraussetzung für seelische und körperliche Gesundheit bis ins hohe Alter ist eine konstante, traumatisch nicht unterbrochene Mutter-Kind-Beziehung."
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=071029016


Es folgt Teil 4
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BeitragThema: Rechter Rand Teil 4   Mo Feb 18, 2008 11:27 am

Einer der Experten, die zur familienpolitischen Konferenz der Saar-Linken geladen war, war Wolfgang Bergmann, der sich als erfolgreicher Kindertherapeut präsentiert, seine praktischen Erfolge in seinen Büchern vermarktet und dabei ganz nebenbei neue Familienideologie fabriziert. Für ihn ist klar, dass die alten Frauen- und Männermodelle für die Erziehung der Kinder viel besser geeignet sind als die neuen, ja, die neuen sind eigentlich schon Teil des Problems, unserer Bildungs- und Erziehungskatastrophe. In „Die Kunst der Elternliebe“ erklärt er die seines Erachtens sehr unterschiedlichen und genau aufgeteilten Rollen, die beiden Elternteilen in der Erziehung zukommen ("Mütter und Väter sind verschieden"). Den "weichen oder mütterlichen Vätern", die die Unterschiede zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit nicht genügend betonen ("Kinder mögen Unsicherheit bei Papa nicht. Sie können sie auf den Tod nicht ausstehen"), setzt er ein Vaterideal entgegen, das stark an traditionellen Geschlechterrollen orientiert ist ("Väter sind Männer, basta").
Christa Müller hat Wolfgang Bergmann übrigens kurz nach der Konferenz wieder getroffen bei einer Veranstaltung des o.g. Familiennetzwerks. Sie sass dabei im Podium mit weiteren Gesinnungsgenossen, z.B. Johannes Singhammer, MdB der CDU/CSU. Bei dieser Veranstaltung war auch Jürgen Borchert anzutreffen, der zweite Referent, der bei der erwähnten Fachkonferenz der Linken ebenso reden darf und zu dem weiter unten noch etwas zu sagen ist.

Aber zurück zu Bergmann:

Berührungsängste mit sog.“Lebensschützern“ hat Bergmann nicht. So hat er 2006 bei CDL (Christdemokraten für das Leben) Niedersachsen eine Vortrag gehalten. Die Website mit dem Veranstaltungsbericht ist leider mittlerweile aus dem Netz genommen. CDL wird als dem Opus Dei nahe stehend angesehen, jener Pressure Group, die nicht davor zurück schreckte, faschistische Putsche und Diktatoren wie Franco und Pinochet zu unterstützen.
Bergmann betreibt mit seinem Institut eine Website, die uns allerdings zu seinen Positionen weniger verrät als bspw. die Website des Familiennetzwerks. . Immerhin finden wir dort einen Text zu einer seiner Veröffentlichungen:
Ein Zitat aus Ikarus 2000 sagt uns

„Warum das nächste Jahrhundert männlich wird
Lara Croft, Kyoto Date, die Cyber Girls zum Anklicken, aber nicht Anfassen - das sind erotische Lichtfiguren. Das ist der männliche Traum, die Folie für die digitalen Medien. Die ganze Computerei ist männlicher Perfektionswahn, der mit der schmutzigen Industrieproduktion aufräumen will. Der männliche Geist hat von sich selber die Nase voll und tritt eine ungeheure Offensive an. Egal ob er seine Vision jemals verwirklichen wird, so wird in unserer Kultur eben jetzt Zukunft gedacht, und dieser Vorgang ist heftiger und realitätserzeugender und hat mehr Schubkraft als irgendeine andere Art der menschlichen Produktivität. Und weil das so ist, sage ich: Das kommende Jahrhundert wird männlich.“
http://www.kinderpsychologie-bergmann.de/html/ikarus_2000.html

Und ein Interview ist ebenfalls zu finden und dort erfahren wir:

„Die ersten Lebensjahre sind auf kaum wiederrufbare Weise prägend. In ihnen dreht sich alles um die Abhängigkeit des Kindes von den Eltern, besonders von der Mutter, und um die Liebe der Eltern, besonders der Mutter, zu diesem Kind. Diese Beziehung und Bindung ist durch nichts auf der Welt zu ersetzen.“
http://www.kinderpsychologie-bergmann.de/html/_interview_.html

Damit treffen wir auf einen der häufigsten Tricks in der Diskussion um Krippenbetreuung. Es wird so getan, als müsse diese ein Ersatz für die Bindung zur Mutter sein und es wird suggeriert, diese Bindung werde nachhaltig ge- oder gar zerstört, wenn Kleinkinder unter 3 Jahren in die Krippe gebracht werden (siehe auch oben: erhöhtes Gefahrenpotenzial durch Mutterentzug). „Fremdbetreuung“ heisst das in nicht zufälliger Analogie zum Fremdarbeiter.

Man muss schon etwas suchen, bis man bei all dem medialen Sperrfeuer zur Krippenbetreuung einen kritischen Einwurf findet.

Das oben aufgeführte Memorandum wurde in der Welt vom 26. Dezember 2007, von Birgitta vom Lehn aufgegriffen. Dort heisst es:

„Deutsche Psychoanalytiker warnen in einem Memorandum vor innerseelischen Katastrophen: Ganztägige Trennungen von den Eltern stellen extreme psychische Belastungen für die Kinder dar. Je länger die Fremdbetreuung, desto höhere Werte des Stresshormons Cortisol seien bei den Kindern nachweisbar....“

Aber Dr. Schlesinger-Kipp, Mitunterzeichnerin des Memorandums muss allerdings
zugeben:
„Generell gebe es nur wenig Forschung zu kindlicher Fremdbetreuung in Deutschland. Sie selbst sei gespannt auf die Ergebnisse einer laufenden Studie, die das Frankfurter Sigmund-Freud-Institut 2008 präsentieren will. Es handelt sich um eine Untersuchung zu jungen ostdeutschen Erwachsenen mit Krippenerfahrung. „Generell gilt: Trennungserfahrungen in sehr frühem Alter werden im Körper gespeichert. Sie tauchen in späteren Situationen als Ängste wieder auf“....
http://www.welt.de/wissenschaft/article1494482/Fruehe_Fremdbetreuung_ist_fuer_Kinder_schaedlich.html

Claudia PINL klärt in Artikeln über das Deutsche Familiennetzwerk auf, das seine Lobbypolitik auch in überregionalen Zeitungen wie der Welt oder der FAZ betreibt. PINL weist auch auf Verbindungen zu anderen Verbänden auf:
"Ebenfalls mit dem Netzwerk verbandelt ist das »Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit«, das seinerseits nach eigenen Angaben von 30 bis 50 Organisationen und Einzelpersönlichkeiten unterstützt wird. Einige kennt man bereits als eigenständige Unterstützer des »Familiennetzwerks«. Mitbegründer und Spiritus Rector des »Heidelberger Büros« ist der Sozialrichter Jürgen Borchert, zeitweilig familienpolitischer Berater des hessischen Ministerpräsidenten Koch. Seit Jahren trommelt Borchert gegen die »Transferausbeutung der Familie«. Der auch in liberalen Medien als »Kämpfer für die Familie« gefeierte Borchert meint damit, dass Eltern im Unterschied zu Kinderlosen und Singles zu hohe Steuern und Sozialbeiträge zahlen und zu wenig Kindergeld erhalten."
taz vom...muss ich raussuchen

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BeitragThema: Rechter Rand Teil 5   Mo Feb 18, 2008 11:28 am

Damit sind wir bei Dr. Jürgen Borchert, der in Saarbrücken ebenfalls im Podium sass. Er zählt zu denn sog. Policy Fellows („Politikmachern“ sinngemäß) des neoliberalen IZA (Institut Zukunft der Arbeit). Einer der Direktoren des IZA ist Florian Gerster, Ex-Sozialminister in Rheinland-Pfalz und anschliessend Exekutor von Hartz 1-4 als Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, die er so nett neoliberal in Bundesagentur umbenannt hat; heute vertritt er den Arbeitgeberverband Postzusteller und beharrt in deren Interesse darauf, den bei ihnen beschäftigten Menschen Armutslöhne zu zahlen. Borchert ist auch im Förderverein der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, Borchert und Gerster zusammen sitzen dann wieder im wissenschaftlichem Beirat der “Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen” von Jörg Tremmel und treffen dort Prof. Bernd Raffelhüschen (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Stiftung Marktwirtschaft, Aufsichtsrat ERGO-Versicherung) und Prof. Dr. Werner Weidenfeld (Centrum für angewandte Politikforschung / Bertelsmann-Stiftung).

Borchert reizt die Demografie-Karte aus und redet von Ausbeutung der Familien. Wer sonst noch ausgebeutet wird, ist ihm allerdings wurscht.

„Die Eltern sind später vor allem bei den Rentenansprüchen diejenigen, die auf dem Trittbrett fahren, während im Salon diejenigen sitzen, die sich die Kindererziehung erspart haben. Kindererziehungsleistungen werden nicht annähernd gebührend angerechnet in Deutschland. Die Babyjahre bedeuten nichts anderes, als dass den Kindern der besagten Mütter noch ein Säckchen mehr aufgeschnallt wird. Es muss ein direkter Ausgleich her zwischen den Personen, die keine Kinder großgezogen haben, und den Müttern.“
http://www.ard.de/zukunft/kinder-sind-zukunft/familienpolitik/-/id=520612/nid=520612/did=576472/1x48ynb/index.html

Auf der Website seines Heidelberger Familienbüros finden wir eine Presseerklärung desselben über die og. Veranstaltung der Linken.Saar:

Eine Pressemitteilung des Heidelberger Familienbüros vom 29. September 2007

Saarbrücken (28.09.07) Der Chef der Linkspartei im Bundestag, Oskar Lafontaine, hat das familienpolitische Konzept des saarländischen Landesverbandes mit seiner Forderung nach einem Erziehungsgehalt von bis 1.600 Euro im Monat verteidigt. Auf einer familienpolitischen Konferenz in Saarbrücken (HPL) stellte er klar, dass zwischen der Forderung nach qualitativ hochwertigen Krippen und einem Erziehungsgehalt für Familienarbeit kein Gegensatz bestehe. Tatsächlich würden beide Komponenten untrennbar zusammengehören. Das Erziehungsgehalt sei darüber hinaus keine "Herdprämie", sondern würde an alle Eltern ausbezahlt - auch an die vollzeiterwerbstätigen. Allerdings würden diese das Gehalt dann dafür verwenden müssen, um die externe Betreuung für ihrer Kinder zu bezahlen.
Darüber hinaus seien familienorientierte Korrekturen des Arbeitsmarktes zwingend. "Der flexibilisierte Arbeitsmarkt", so Lafontaine, "zerstört die Familien!" (....)
Wenn es Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen wirklich um das Wohl der Kinder und der Familie ginge, dann hätte sie (...)
Lafontaine rechtfertigte die Forderung nach einem Erziehungsgehalt auch mit der Notwendigkeit, einen historischen Irrtum der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zu korrigieren. (...)
(...)
Um den Eltern, Müttern wie Vätern, gleichermaßen die Möglichkeit zur Familienarbeit zu geben, müssen deren Rechte als Arbeitnehmer gestärkt werden.(...)
Seine Rede beendete er schliesslich noch mit dem Hinweis, "das Erziehungsgehalt ist auch ein wirkungsvolles Mittel gegen Niedriglöhne". Eltern wären so nicht mehr gezwungen, aus wirtschaftlicher Not jeden noch so schlecht bezahlten Arbeitsplatz anzunehmen.
http://www.heidelberger-familienbuero.de/


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BeitragThema: REchter Rand Teil 6   Mo Feb 18, 2008 11:29 am

Christa Müllers Kontakte sind aber noch weitergehend und noch viel weiter ins rechte Spektrum reichend, bis zum Opus Dei und der Jungen Freiheit.

Zu Beginn ihrer Kampagne und als donnernder Auftakt stellte sie sich gegen den Ausbau der Krippen in Deutschland und demonstrativ auf die Seite von Bischof Mixa.
Zu Bischof Mixa weiss Wikipedia:
Am 31. August 2000 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Katholischen Militärbischof für die Bundeswehr ernannt. Zum XX. Weltjugendtag 2005 organisierte Mixa eine Werkwoche der Militärseelsorge mit mehr als 200 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowie Gästen der Streitkräfte Argentiniens, Ecuadors, Frankreichs, Großbritanniens, Irlands, Kroatiens, Litauens, der Niederlande, Österreichs, Polens, der Schweiz, der Slowakei, Spaniens, Ungarns und der USA. „Militärseelsorge heißt Kirche unter den Soldaten zu sein“ sagte er aus Anlass des 50jährigen Jubiläums der katholischen Militärseelsorge bei einem Festgottesdienst in der Sankt Johannes-Basilika in Berlin-Kreuzberg
....
Er schlägt ein Ehrenmal für die bei Kampfeinsätzen getöteten Bundeswehrsoldaten vor. Dieser „Ort privaten und öffentlichen Gedenkens“ solle dem Einzelnen und der Gesellschaft beim Umgang mit Verlusterfahrungen helfen."

Die Presseerklärung Mixas zum Krippenausbau, die Christa Müller zu ostentativer Solidarität heraus forderte:

„Einseitig und schädlich für die Kinder
Bischof Walter Mixa kritisiert Familienpolitik der Bundesregierung
Augsburg, 22.2.2007 (IBA). Als „schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert“, hat der Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, Pläne von Familienministerin von der Leyen kritisiert, die Zahl der in Krippen und von Tagesmüttern fremdbetreuten Kleinkindern durch den massiven Ausbau von Kindertagesstätten bis zum Jahr 2013 von derzeit 250.000 auf 750.000 zu erhöhen.

Als einen „gesellschaftspolitischen Skandal“ bezeichnete der Bischof in diesem Zusammenhang Planungen des Familienministeriums, zur Finanzierung neuer Kinderbetreuungseinrichtungen andere Familienleistungen zu kürzen. „Die Familienpolitik von Frau von der Leyen dient nicht in erster Linie dem Kindeswohl oder der Stärkung der Familie sondern ist vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie zu rekrutieren“, sagte Mixa anlässlich einer Audienz für den Vorstand des Familienbundes der Katholiken seiner Diözese. Die Denkmuster des Familienministeriums erinnerten in beklemmender Weise an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der untergegangenen DDR. Die ehemalige DDR habe die höchste Dichte an Kindertagesstätten und zugleich die niedrigste Geburtenrate in Europa aufgewiesen.

Energisch wandte sich der Bischof gegen „die wiederholten Versuche der Familienministerin, der elterlichen Erziehung die notwendige Qualität abzusprechen und eine ‚professionelle’ Früherziehung von Kleinkindern zu propagieren.“ Damit werde Frauen, die ihre Kinder selbst erziehen, ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil das Kind angeblich zu Hause weniger gefördert werde als durch sogenannte Profis. „Die wirklichen Profis für die Erziehung eines Kindes sind dessen Eltern, und im besonderen dessen Mutter“, sagte Mixa. Die Anstrengungen des Staates im Sinne einer modernen Familienpolitik müssten deshalb darauf gerichtet sein, immer mehr Mütter für die zeitlich überwiegende oder ausschließliche häusliche Erziehung ihrer Kinder in den ersten drei Lebensjahren zu gewinnen und dies auch finanziell zu fördern. Ausdrücklich unterstützte Bischof Mixa in diesem Zusammenhang die Forderung des Familienbundes der Katholiken nach einem Erziehungsgehalt für alle Eltern, durch das diese wahlweise die Kosten einer außerfamiliären Betreuung oder die Lohnausfälle in Folge eigener Kindererziehung ausgleichen könnten. Der Bischof setzte sich auch für eine erweiterte Anerkennung von eigenen Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung sowie für eine verbesserte finanzielle Unterstützung des Staates zugunsten alleinerziehender und sozial schwacher Mütter ein, die derzeit aus wirtschaftlichen Gründen zu externer Berufstätigkeit auch in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder gezwungen würden. „Dass in einer Wohlstandsgesellschaft junge Mütter ihre kleinen Kinder in staatliche Fremdbetreuung geben müssten, um selbst wirtschaftlich überleben zu können, ist das Gegenteil einer modernen und humanen Familienpolitik“, sagte Mixa. Für eine gesunde seelische und geistige Entwicklung bräuchten Kinder in den ersten drei Lebensjahren die dauernde Ansprache durch die Mutter und keine noch so qualifizierte Fremdbetreuung. Moderne Konzepte der Familienpolitik müssten deshalb zum Ziel haben, „die Vereinbarkeit von Kindererziehung und außerfamiliärer Berufstätigkeit nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu gewährleisten“. Frau von der Leyen hänge dagegen dem überholten ideologischen Leitbild der voll berufstätigen Mutter auch schon in den ersten Jahren der Kindesentwicklung an und unterscheide sich darin in nichts von der verfehlten Familienpolitik der rot-grünen Vorgängerregierung. Bischof Mixa kritisierte in diesem Zusammenhang auch, dass es nach dem Chefwechsel im Familienministerium kaum personelle Veränderungen bei den leitenden Mitarbeitern und Beratern des Ressorts gegeben habe: „Da herrschen immer noch die alten sozialistischen Vorstellungen, die von der neuen Familienministerin jetzt mit dem Etikett „christdemokratisch“ geadelt werden“. Die Doppelverdiener-Ehe werde von der CDU-Ministerin geradezu zum ideologischen Fetisch erhoben. Wer aber mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleite, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiere die Frau zur „Gebärmaschine“ und missachte alle wissenschaftlichen Erkenntnisse über die besondere Mutter-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren, betonte Mixa. Der Bischof der zweitgrößten bayerischen Diözese rief die katholischen Wähler dazu auf als „starke kreative Minderheit“ die demokratischen Möglichkeiten selbstbewusst zu nutzen und verfehlte familienpolitische Weichenstellungen wachsam zu beobachten und kritisch in die gesellschaftspolitische Debatte zu bringen."
http://www.bistum-augsburg.de/ba/dcms/sites/bistum/dioezese/mixa/aktuell.html?f_action=show&f_newsitem_id=7363


Es folgt Teil 7
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BeitragThema: REchter Rand Teil 7 und letzter Teil   Mo Feb 18, 2008 11:30 am

Bischof Mixa gilt als Opus Dei Mitglied, mindestens aber als Sympatisant. Und aus dieser Ecke kommt ein weiterer Unterstützer von Christa Müller, Jürgen Liminski. Seine Bücher erscheinen im gleichen Verlag wie Christa Müllers „Dein Kind will dich!“, nämlich im St. Ulrich Verlag, ein. Er gehört zur Augsburger Diözese und die politische Ausrichtung ist am Verlagsprogramm ablesbar.

Liminiski ist eines der wenigen Opus Dei Mitglieder, das sich offen zu seiner Mitgliedschaft bekennt. Er wirft der Bundesregierung schlicht Heuchelei in seinem neuen Buch „Die verratene Familie. Politik ohne Zukunft“ vor, das kürzlich ebenso im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erschienen ist.
Er ist Vater von 10 Kindern, seine Frau hat bereits 1998 das Erziehungsgehalt gefordert und sich dabei auf Papst Johannes Paul II. bezogen.

„Und in seinem Brief an die Familien vom 2. Februar 1994 schreibt er: „Die Mühen der Frau, die, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht hat, dieses nährt und pflegt und sich besonders in den ersten Jahren um seine Erziehung kümmert, sind so groß, dass sie den Vergleich mit keiner Berufsarbeit zu fürchten braucht. Das wird klar anerkannt und nicht weniger geltend gemacht als jedes andere mit der Arbeit verbundene Recht. Die Mutterschaft und all das, was sie an Mühen mit sich bringt, muss auch eine ökonomische Anerkennung erhalten, die wenigstens der anderer Arbeiten entspricht, von denen die Erhaltung der Familie in einer derart heiklen Phase ihrer Existenz abhängt.“
Zitiert nach: Martine Liminski, Die Zeit für ein Erziehungsgehalt ist reif Die globale Kulturrevolution von heute, die Arbeit und die Familie in „Der Fels“ Nr. 7/8, 1998

Und weiter an gleicher Stelle Martine Liminski:
„Ich zitiere diese Stelle, weil sich hinter ihr ein wirklich revolutionäres Programm verbirgt. Ein finanzieller Erziehungslohn für Mütter, wofür der Papst hier eintritt, wäre ein Hebel, ein Instrument für eine wirkliche Strukturreform der Gesellschaft. Die sogenannte Gerechtigkeitslücke zwischen Familien mit Kindern und den bewusst Kinderlosen würde halbwegs geschlossen, die Leistung der Mütter würde anerkannt, es gäbe Renten für eine Lebensleistung statt Rosen zum Muttertag. Renten statt Rosen, so lautet bezeichnenderweise auch der Slogan der Hausfrauengewerkschaft. Nichts gegen Rosen, aber davon wird keiner satt. Auch die Gesellschaft insgesamt nicht. Ein Erziehungsgehalt hätte außerdem Folgen für den Arbeitsmarkt und es
würde helfen, der Verwahrlosung so vieler Kinder und Jugendlicher gegenzusteuern, es würde helfen, die Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen zu reduzieren, es würde dazu beitragen, die Solidarität unter den Generationen zu beleben und zu festigen, es würde die Familien stärken und damit auch die Gesellschaft. Eine starke Nation, hat Johannes Paul II. 1995 vor der UNO gesagt, „eine starke Nation besteht immer aus starken Familien“.
„..Die Arbeit, jede Arbeit schafft einen Mehrwert des Humanum, vergrößert das Humanvermögen einer Gesellschaft. Aber nicht jede Arbeit wird honoriert. Am wenigsten die Arbeit, die am meisten Humanvermögen schafft - die Erziehungsarbeit. Eine Aufwertung der Erziehungsarbeit tut not. Daher muss die Kulturrevolution im globalen Dorf an der Familie ansetzen, wenn sie gutenden soll.“
Martine Liminiski fordert also schon 1998 das Erziehungsgehalt. Sie ist 10fache Mutter und Ehefrau von Jürgen Liminski, bekennendes Mitglied des Opus Dei (http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/manuskript/050421_liminski.pdf) im wdr 5 morgenencho vom 21.042005

Jürgen Liminski meint wie die Saar-Linke „Es geht nur um den Arbeitsmarkt“...

„...die meisten Familienmenschen können rechnen. Und sie wissen mittlerweile, dass der familienpolitische Diskurs in Deutschland sich in den vergangenen zwei Jahren auf die Krippenfrage verengt hat und somit anzeigt, dass es der schwarz-roten ebenso wie der rot-grünen Regierung nicht um die Familie, sondern um den Arbeitsmarkt und insbesondere die Interessen der Wirtschaft geht.“ Und „Der Augsburger Bischof Walter Mixa traf den Nagel auf den Kopf, als er auf dem Kongress der Paneuropa-Union von Bayern am Wochenende in Augsburg sagte: „Frau von der Leyen geht es darum, Frauen als Reserve für die Industrie zu rekrutieren“.
http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=36470

(Bei diesem Kongress sass auch Christa Müller im Podium.)

Er beschreibt:
"Familienpolitik in Deutschland ist eine Geschichte des Verrats an den Familien,

weil die Urteile des Bundesverfassungsgerichts seit Jahrzehnten nicht umgesetzt werden („Wir leben im permanenten Verfassungsbruch“ sagt Paul Kirchhof),

weil man Familien und Wählervolk mit dem Elterngeld blendet; es begünstigt die doppelt Erwerbstätigen Akademikerpaare auf Kosten der Geringverdiener,

weil die Große Koalition den Familien mit der Streichung der Eigenheimzulage, dem Wegfall von zwei Jahren Kindergeld, der Kürzung der Pendlerpauschale und der Erhöhung der Verbrauchssteuern mehr als zehn Milliarden Euro aus der Tasche zieht und sich mit den 1,5 Millionen Euro für das Elterngeld brüstet,

weil die völlig einseitige Konzentration auf den Ausbau des Krippensystems nicht den Bedürfnissen und Wünschen der Familien entspricht, sondern der Wirtschaft und der Politik dient;

weil so viel Krippen gar nicht gebraucht und damit die jungen Mütter in die Betriebe gedrängt werden sollen, statt ihnen wirkliche Wahlfreiheit zu bieten. Denn junge Mütter sind gut ausgebildet, um rund 20 Prozent preiswerter als männliche Kollegen und wenn sie Kinder haben auch verantwortungsbewusster und oft bescheidener, was sie gefügiger macht gegenüber den Anforderungen des Betriebs (weniger Fluktuation, keine übermäßigen Lohnforderungen);

weil das Existenzminimum nicht steuerfrei ist, die Politik deshalb an den Eltern verdient und dennoch so tut, als fördere sie die Familien. Die ganzen Berechnungen und addierten Leistungen sind Nebelkerzen. Mehr als zwei Drittel dieser Leistungen werden von den Familien selbst finanziert.

Es ist Verrat, weil die maßgebende Politik eine Stimmung im Land fördert, die der Erwerbsarbeit absoluten Vorrang einräumt vor der Familienarbeit, obwohl Pflege und Erziehung sich mit Personen, Erwerbsarbeit aber vorwiegend mit Produktionen befasst. Materialismus vor Menschlichkeit – das ist der kalte Hauch der DDR;

Es ist Verrat, weil Frauen, die sich in den ersten Jahren für die Erziehung ihrer Kinder entscheiden, von rot-grünen Politikern und Medien als Nur-Hausfrau oder Heimchen am Herd etwa diskriminiert und pauschal als unfähig gebrandmarkt werden (der Flachbildschirm ist noch die milde Variante des Generalverdachts, vor der Glotze oder in der Kneipe geht es erst richtig los, da „versaufen“ Eltern das wertvolle Betreuungsgeld);
Familienpolitik in Deutschland ist ferner eine Geschichte des Verrats an den Familien, weil die überwältigenden Ergebnisse der Entwicklungspsychologie sowie der Hirn- und Bindungsforschung, die dringend eine ständig liebevolle Zuwendung in den ersten Jahren empfehlen (Krippenerziehung ist Risikoerziehung), systematisch verdrängt und von ideologisch geprägten Kleinstudien und Umfragen verzerrt werden;

weil acht von zehn Paaren in Ehe und drei von vier Kindern bei ihren leiblichen Eltern leben, Politik und Medien sich dennoch vorwiegend mit Randgruppen befassen und so tun, als bestehe die Gesellschaft nur noch aus solchen Lebensformen (die in der Tat der Welt des politisch-medialen Establishments entsprechen und die man verallgemeinern will).
Freundschaft, Intimität, Geborgenheit, Liebe – aus solchen Bändern des Herzens wird der Kranz der Familie geflochten. Dass das eine oder andere Band mal reißt, wer will darüber richten? Nur: Wenn alle Bänder reißen, richtet sich die Gesellschaft zugrunde. An der Familie liegt es nicht. Im Gegenteil, sie, der „natürliche und fundamentale Kern“ der Gesellschaft, wie es in der Allgemeinen Menschenrechtserklärung heißt, sie könnte auch diese vom Virus des Individualismus bis aufs Mark geschwächte Gesellschaft retten – wenn man sie nur ließe, wenn man den permanenten Verrat nur beendete. Es reichte, wenn die Politik in diesem Land den Familien Leistungsgerechtigkeit angedeihen ließe, das politisch-mediale Establishment ihnen solche Rahmenbedingungen gönnte und Einzelfälle nicht so oft in einen Generalverdacht gegenüber Eltern und Familien ummünzte, wenn der Staat sich soweit wie möglich zurückhielte und, wie es James Graf von Moltke noch im Widerstand formulierte, seine „wesentliche Aufgabe, nämlich dem Einzelnen die Freiheit zu verschaffen“ erfüllte und Ehe und Familie wirklich den „besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ (Artikel 6, GG) erführen. Das reichte für eine solidarische und freiheitliche Gesellschaft. Zur Liebe finden die Familien allein."
(http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=36470)

Hört sich das nicht an wie der Vorschlag der LAG Familienpolitik in der Linken.Saar?

LIMINSKI veröffentlicht gerne in der Jungen Freiheit, einer den Neonazis nahe stehenden Zeitung, die wiederum ihrerseits das Familiennetzwerk gerne zitiert.
Siehe http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/?p=236

"Taktischer Schwenk Familienpolitik: Warum der Ministerin nicht zu trauen ist von Jürgen Liminski (© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. 46/07 09. November 2007 )

„Wenn Minister der Großen Koalition klein beigeben, dann sollte man auf das noch kleiner Gedruckte in den Gesetzestexten achten. Das ist besonders bei Frau von der Leyen geboten. Ihr Schwenk in Sachen Betreuungsgeld könnte sich als taktischer Zug oder auch, etwas deutlicher gesagt, als Betrugsmanöver entpuppen.“


Vervollständigen wir das Bild: zu dem Familien-Netzwerk gehören noch die Pan-Europa-Union, die sich dadurch auszeichnet, dass sie ultrarechts aber nicht völkisch ist. Christa Müller hatte keine Scheu, auf einer Veranstaltung der Paneuropa Union aufzutreten:

Programm
Samstag, 28. Juli 2007
...
11.00 h Eröffnung des Kongresses
Dr. Dirk Hermann Voß, Landesvorsitzender der Paneuropa-Union Bayern
Frank Gübner, Landesvorsitzender der Paneuropa-Jugend Bayern
11.30 h „Familiengerechte Arbeit statt arbeitsgerechter Familien“
S. E. Bischof Dr. Walter Mixa Bischof von Augsburg und Militärbischof der Deutschen Bundeswehr
...
14.00 h „Priorität für Eltern und Kinder – Anforderungen an eine Familienpolitik der Zukunft“
Johannes Singhammer MdB, Familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

15.30 h „Die Familien stärken – das Erziehungsgehalt für alle“
Christa Müller Familienpolitische Sprecherin „Der Linken“ im Saarland
..
17.00 h „Familiennetzwerk Deutschland - Eine Lobby für Familien“
Maria Steuer, Kinderärztin und Familientherapeutin, Vorsitzende des Familiennetzwerkes Deutschland



Als Unterstützerin des Familiennetzwerks sowie von „Christen für das Leben“, einer sog. „Lebensschützerorganisation“, taucht Eva Herman auf, weitere VertreterInnen eines neokonservativen Familienbilds finden wir im Umfeld von Liminskis „Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.“ bei dem er selbst die Geschäfte führt
Dort im Vorstand sind
Dr. Mario Graf von Matuschka (Beisitzer)

Weitere Mitglieder u.a.
Prof. Dr. Hans-Werner Sinn
Prof. Dr. Paul Kirchhof, ebenfalls dem Opus Dei nahe stehend und Berater von Merkel und Koch
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
Dr. Michael Inacker
Karl Heinz van Lier
Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels Dominikanerpater und Prof. in Trier
Peter Hahne
Miodrag Soric

Über diese Herrschaft steht erhellendes in claudia Pinls Buch.....Titel muss ich noch raussuchen...


Christel Buchinger
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Werkstattbroschüre Familienpolitik - rechter Rand
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