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 esslingen und wie weiter - brief an margitta und ulrike

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frigga



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BeitragThema: esslingen und wie weiter - brief an margitta und ulrike   Di Nov 13, 2007 3:21 pm

liebe margitta und ulrike
ich lese euren briefwechsel und stelle fest, ich muss noch unheimlich viel lernen, dabei werde ich jetzt in knapp 2 wochen 70.

Ich hatte von mir den vermutlich falschen Eindruck, dass ich ganz viel für diese Werkstatt getan habe - und dass ich eben dadurch mögliche Initiativen und Mitarbeit von anderen verhinderte, ohne zu wissen, wie ich das ändern könnte. Es bildete sich in meiner Seele ab als Vorwurf, die vielen anderen, die schön quotiert in der Vorbereitungsgruppe saßen, hätten nichts getan. Ich habe die ganze Zeit Urike genervt und angefeuert, damit wir noch Zeit hätten, die vielen, die wir einbeziehen wollten, überhaupt zu erreichen. Irgendwann war es zu spät. Mein Eindruck ist: Ulrike und ich haben diese Werkstatt gemacht (einschließlich Organisation von Ort und Essl. Linken) und Christel Buchinger (Lisa) hat mitgewirkt. Wohl wissend, dass, wenn man die Eröffnung vorgibt und die Struktur des Ablaufs, andere wenig Möglichkeiten haben, sich jetzt noch zu entfalten, habe ich dies getan und hatte ein albern schlechtes Gewissen gemischt mit Stolz, dass wir es fertig gebracht haben. Beide Gefühle bleiben und liegen sich in den Haaren.

So finde ich es ebenspo merkwürdig, Kritik allein an Ulrike zu üben, wie ich es merkwüridg finde (etwa von Claudia in der lisa-liste) ihr alle Verdienste zuzuschreiben. Es gehört mehr Einsicht in den wirklichen Ablauf hin, um herauszufinden, wie es besser zu machen wäre.

Noch mehr zu meinem Eindruck: Die Spannungen im Raum, die irgendwie durch Skandierung von Lisa-rufen immer schlimmer wurden, bedürfen dringen der Klärung, damit wir weiter kommen. denn wir wollen ja viel weiter. Anders: es ist eine Baustelle, wie Ulrike beim Abschluss sagte.

Ich bin in dieser aufgeladenen Athmosphäre wiederum völlig unwissend und daher hauptsächlich verstört. Anfangs also vor 130 tagen etwa dachte ich, Frauen, die frauenpolitisch tätig sein wollen, seien allesamt automatisch auf der lisaliste, ließ mich daraufsetzen und begann zu diskutieren und fühlte mich wohl. - Nach und nach erfuhr ich, dass lisa nicht bloß die liste und die feminstisch bewusste Mitgliedschaft in der partei ist, sondern eine Organisatiosnstruktur, die irgendwie antagonistisch zu anderen ist, die selbst aber nicht unbedingt eine eigene Struktur haben. ein schrecklicher Zustand, der dazu führt, dass alle Rufe, Lisa sei ausgegrenzt, atmosphärisch dazu führen, dass man von außen denkt, alle seien ausgegernzt als politische subjekte und zwar von lisa.
eine verfahrene situation, die wir allesamt schnell auf ein kraftvolles gleis schieben müssen.

Dabei glaube ich nicht, dass es nützlich wäre, wir wüden einen ganzen Tag der "Strukturfrage" widmen. Was soll eine Struktur ohne Inhalt? - So war mir auch und ist mir nicht wirklich klar, was genau inhaltlich diskutiert wurde, wenn über Lisa-ausgrenzung gesprochen wurde anklagend.
Besser fände ich - also von mir ausgesprochen - wir nähmen das zweite schwelende Thema: wozu ein sozialistischer Feminismus oder eine streitbare feministische Politik - und diskutierten uns daran die Köpfe heiß - um dann in einem zwieten Schritt weiter zu diskutieren, welche Strukturen eine feministische Politik in der Partei braucht. (Einen solchen Tag würde ich sehr gern mit vorbereiten - mit Geschichte, mit gramscianischem und luxemburgischen Denken, mit Herrschafstkritik anreichern.) Wir sollten dies bald tun. Bitte macht Vorschläge.

Dabei wird sicher schnell klar, dass es eine gemeinsame lIste für alle braucht, ein Forum, später eine Zeitschrift. Und jetzt wird man, werden wir konkret prüfen können, was Lisa schon alles in dieser Hinsicht vollbracht hat und wie so umfassend und zugleich netzwerkartig vorzugehen ist im weiterschreiten.
Wir dürfen uns als eine von Verdrängung durch eine patriarchale Bevormundung aus Gewohnheit bedrohte Politik keinesfalls so zerstreiten, dass wir handlungsunfähig sind. Weit ist der Weg vor uns und radikal sind doch unsere Ziel oder? und wir müssen es jetzt tun, später werden alle weichen anders gestellt sein.

Ich stelle den brief an euch ins Forum Linker Frauen

und hoffe auf eine gute diskussion.
herzlich frigga
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ConniM



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BeitragThema: Fortsetzung Esslingen: Form oder Inhalt ?   Mi Nov 14, 2007 10:37 pm

Ich habe zwar nicht "mitbekommen" was auf der LISA Liste diskutiert wird (was ist das eigentlich? die L.Liste?), möchte aber auf diesem Wege unbedingt Friggas Vorschlag unterstützen.
Es nützt uns gar nichts, wenn wir die Form - also die Strukturen - losgelöst von den Inhalten und Zielen diskutiern. In Esslingen war logischerweise und trotzdem schade, keine Zeit mehr für die Diskussion zum Vorschlag, einen Tag zur Struktur durchzuführen, sonst hätte ich dort schon alarmiert mit den Armen gerudert. Wir haben so angeregt und konstruktiv darüber gestritten, welchen Anteil wir an einer Weiterentwicklung der Programmatik haben können, haben festgestellt, dass die 4 in 1 Perspektive ein hervorragender Kompass sein kann, um unsere Utopien mit realer Politik zu verknüpfen, eine feministische Sichtweise in die Programmatik der Partei zu tragen. Mein Eindruck ist, dass die von Inhalten losgelöste Debatte um Strukturen, Dachverbände, Finanzen und Einfluss uns hindert und spaltet. Und warum sollten wir uns unter Zeitdruck setzen, "nur" weil der Parteivorstand im Februar das Thema auf der Tagesordnung hat?
Wir haben inhaltlich viel mehr beizutragen als Auseinadersetzungen um Formen, wir brauchen mehr Frauen in dieser Partei und wir brauchen keine programmatischen Aussagen, die Frauen als "Anhängsel" anklatscht, eine streitbare feministische Poltik ausklammert. Wir haben etwas zu sagen! Mich beunruhigt, dass wir uns womöglich in Form/Struktur Diskussionen verheddern, während das Programm der Linken neu entworfen wird, die Eckpunkte weiterentwickelt werden und irgendwann als Vorschlag der Progrmmkommission präsentiert werden, ohne dass wir uns eingemischt haben.

Ich bin also unbedingt auch dafür, dass wir uns bald (und zuerst) die Köpfe zur Bedeutung einer feministischen Sichtweise und Politik heiß diskutieren und bin dabei, wenn Köpfe und Energie für die Vorbereitung gebraucht werden.

herzliche Grüße an alle
Conni (aus SH)
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BeitragThema: Knüpfung eines feministischen Netzwerks in und um die linke   Mi Dez 19, 2007 2:25 pm

Ich selber arbeite auf Bundesebene in Lisa und betrachte von Anfang an Lisa als einen Raum, in dem Feministinnen in und um die Linke feministische Politik entwickeln, Fragen des Feminismus diskutieren und Feministinnen organisieren. Das gelingt uns manchmal gemessen an unseren Kräften grossartig und manches kriegen wir nicht gepeilt. Wie das so ist. Lisa ist also ein offenes Angebot an Feministinnen zu feministischer Politik(entwicklung). Klar, dass nicht alle Feministinnen in lisa mitarbeiten, weil Lisa eine Arbeitsstruktur ist und keine Meinungsstruktur. Ansonsten gibt es in der linken und drumrum Feministinnen, die aus mehreren Gründen nicht in Lisa arbeiten:
a) sie haben einen anderen Schwerpunkt, zb. Umwelt oder Frieden oder Landwirtschaft ..... Diese Feministinnen leiden möglicherweise unter Vereinzelung; feministischer Austausch fehlt, das kann lisa nicht leisten (bisher? oder grundsätzlich?) Hier fehlt eine Struktur, die z.B. ein feministisches Netzwerk in und um die Linke sein könnte, das alle Feministinnen vernetzt, die konkrete Zusammenarbeit aber eher offen lässt
b) Feministinnen, die sich von dem Feminismus von Lisa nicht angesprochen fühlen oder sich davon abgrenzen (ich lasse mal offen, ob dies auf "Vorurteilen" beruht oder einer realistischen Einschätzung. Im Moment ist das auch egal.) Diese Feministinnen könnten in dem Netzwerk sehr wohl platz haben, oder eine eigene AG gründen, nach meinem Wissen hat es da aber nie irgendwelche Bestrebungen gegeben.
c) Feministinnen, die männlichen oder anderen Geschlechts als weiblich sind. Auch sie müssten in einem feministischen Netzwerk Platz finden können. Letztlich heisst das, dass das feministische Netzwerk allen Feministinnen in und um die linke offen stehen sollte.

Daneben gibt es aber natürlich auch frauen, die sich dezidiert NICHT als Feministinnen einordnen wollen. Grundsätzlich halte ich das für eine Linke als befremdlich, aber es ist Realität. Dies Frauen unterteilen sich nun in

i) Frauenpolitikerinnen oder Geschlechterpolitikerinnen, die also mit der Frauen/Geschlechterfrage oder Antwort?? zu tun haben. Wie bringen sich diese organisiert ein? haben sie das Bedürfnis, das zu tun? hier fällt mir eine antwort wirklich schwer.
ii) Frauen, die gänzlich mit der Problematik nichts zu tun haben wollen. Die muss man dann auch nicht belästigen.
iii) und letztlich die Antifeministinnen, männlichen und weiblichen Geschlechts, denen ich den Austritt nahe legen würde, die aber natürlich auf mich bestimmt nicht hören werden ;-))

Für LISA habe ich keine Befürchtungen, solange es Frauen gibt, die als Feministinnen, gemeinsam feministische Politik machen wollen. da gibt es ein weites Feld, vieles lag lange brach, z.b, feministische Bildungsarbeit, manches entwickelt sich gerade etwas stärker wie feministische Öffentlichkeitsarbeit (z.b.mit den Werkstattbroschüren und das ist ja auch Bildungsarbeit). In der letzten Zeit hat lisa wenig dafür getan, ein eigenes Profil zu entwickeln oder weiter zu entwickeln, weil wir im Parteibildungsprozess die Frauenplenen organisiert haben, was natürlich weit über die Lisa-Arbeit hinaus geht und eigentlich Aufgabe der Leitung gewesen wäre. Aber ich will nur mal hervor heben, dass es auf Bundesebene KEINE andere Feministin oder nicht Feministin in der Linkspartei für notwendig erachtet hat, die stimme der Frauen organisiert hörbar zu machen als Lisa. daran haben die Frauenplenen gekrankt, weil sie von mancher seite auch boykottiert wurden und viele das nicht als Angebot begriffen haben, obwohl es deutlich so formuleirt war. Insbesondere die Geschäftsstelle hat sich mehr (Tanju) oder weniger als gute oder weniger gute Dienstleisterin für das FP betätigt. aber in der ganzen Alexanderstrassse gab es keineN der oder die das zu ihrem ding gemacht haben. NIEMAND. so als würde sich da eine minderheit austoben (dürfen) und nicht eine Gruppe, die zwar nicht die mehrheit stellt, aber eine Mehrheit im lande doch repräsentiert.

Lisa hat allerdings auch ständig mit anfeindungen zu kämpfen, wie das für Feministinnen in diesem land ja normal ist und es gibt auch Kräfte, die Lisa klein kriegen wollen oder gar vernichten. letztens bin ich gar in einem Internetforum über eine Frau gestolpert, die dort erklärte, sie werde nun dafür arbeiten, dass lisa endlich von der Bildfläche verschwindet.
Das hat oft nur damit zu tun, dass die Frauen mit ihrem "separatismus" so lästig sein können. es hat aber auch damti zu tun, dass bestimmte Kräfte in der Linken, die kritik von lisa gerne los wären. dummerweise fallen oft Frauen in diese Anfeindungen ein, ohne dass sie selber antifeministisch sind, nur weil sie sich von lisa nicht vertreten fühlen. aber lisa will niemanden vertreten, der sich nciht davon vertreten fühlt. wir wollen Selbstvertretung, selbstermächtigung. Lisa ist keine Vertretungsstruktur wie ein Kreisvorstand, sondern eine Struktur aufgrund von freiwilliger bewusster Zusammenarbeit. Es steht gewählten Frauenstrukturen nicht entgegen. In Auswertung des Frauenplenums in Hannover und Berlin haben wir einen Brief an den PV und die LV geschrieben, in dem wir auffordern, in den Wahlstrukturen der Partei für Frauenvertretungen zu sorgen (Frauenbeauftragte oder sowas oder beiräte??) und zwar von unten nach oben. die sicherung von Frauenstrukturen in den Wahlstrukturen ist ein LEITUNGSAUFGABE. Sie steht weder gegen noch in Konkurrenz zu allen möglichen autonomnen Frauenstrukturen in der Linken, die statuarisch aber ebenso zugesichert sind und daher nicht ersetzbar.

Es gibt Bestrebungen in der Linken, gewählte Frauenstrukturen den automonen entgegen zu stellen und sie zu erstetzen. Dies ist politisch dumm und schwächt die Frauen. es ist aber auch aussichtslos, weil autonome Strukturen wie der name schon sagt, autonom sind und nicht nach wahlstrukturen fragen müssen. sie sind vom Statut abgesichert. In der Vereinigungsphase hat es nun von seiten der WASG starke Bestrebungen gegeben, diese Strukturen abzuschaffen und in der Linkspartei haben einige ihre Stunde gekommen gesehen. Gelungen ist, den Spielraum, auch den von lisa, einzugrenzen. und die Angriffe gegen die Basisstrukturen und die autonomen Frauenstrukturen gehen weiter, da können wir sicher sein. Vielen in der linken, und unter den Einflussreichen dürften sie stärker vertreten sein als im Schnitt der partei, schwebt eine Funktionärspartei vor, da sind selbstermächtigte Mitglieder Störenfriede.

Überhaupt hat sich mit Frauenplenen heraus gestellt, dass die Selbstermächtigung für viele ein rotes Tuch ist. Grund genug, daran fest zu halten! Denn Partizipation (wie Oskar lafontaine sie sich denkt, z.b.mitgliederbefragungen) sind ohne Selbstermächtigung Worterteilung von oben. Selbstermächtigung gehört zum Kern der Emanzipation.

Lasst uns mit der Vernetzung der FeministInnen sofort beginnen! Wer hat Ideen dazu???

Christel Buchinger
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