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 Leben im 4/4-Takt - alle beiträge der liste

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anne-aa



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BeitragThema: Re: Leben im 4/4-Takt - alle beiträge der liste   Do Aug 23, 2007 3:12 pm

Rote Nelke schrieb:
Für mich ist die Frage, warum die Menschen sich nicht schon lange den Ausbeutungssystemen entzogen haben. Sie machen mit. Warum ist das so? Warum fügt sich die Menschheit in Abhängigkeiten?
Es gibt mittlerweile Forscherinnen, die sich damit beschäftigen, wie die ersten patriarchalen Herrschaftssysteme entstanden sind.
Mittlerweile hat sich dieses "Ausbeutungssystem" weltweit etabliert, und natürlich -das Sein bestimmt das Bewusstsein- "gg" empfinden wir meistens unsere Abhängigkeit und Unterdrückung gar nicht als solche, es ist eben "normal" - Lohnarbeit leisten zu müssen beispielsweise, oder in einer monogamen Partnerschaft zu leben, die dem Mann die Gewissheit seiner biologischen Vaterschaft zugesteht. Jede Veränderung findet aber -zunächst- als "gedanklicher Entwurf" statt.
So ja auch der Feminismus.

Allerdings gibt es weltweit noch immer Reste matriarchaler Strukturen. An diesen können wir lernen, dass es auch anders geht. Dass Frauen und Männer gewaltfrei, neurosenfrei und selbstorganisiert zusammenleben können. Natürlich wäre nicht unbedingt für jede von uns heute eine Selbstversorger-Öko-Gemeinschaft erstrebenswert als Lebensform, aber m.E. sollten wir schon den Fokus darauf legen, alternative Lebensmodelle zu entwickeln, und auch politisch die Rahmenbedingungen dafür zu erstreiten. Den "Kapitalimus abschaffen" wirst du niemals, wenn du Parteiversammlungen organisierst oder darauf herumdiskutierst. Das ist verschwendete Energie.
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Rote Nelke

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BeitragThema: Re: Leben im 4/4-Takt - alle beiträge der liste   Fr Aug 24, 2007 10:57 pm

[quote="anne-aa"]
Rote Nelke schrieb:

Den "Kapitalimus abschaffen" wirst du niemals, wenn du Parteiversammlungen organisierst oder darauf herumdiskutierst. Das ist verschwendete Energie.

Hi Anne,
Widerspruch! Die Arbeiterklasse benötigt eine politische Partei, die sie "führt".
Grüße, Kersten
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anne-aa



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BeitragThema: Re: Leben im 4/4-Takt - alle beiträge der liste   Sa Aug 25, 2007 2:40 pm

[quote="Rote Nelke"]
anne-aa schrieb:
Rote Nelke schrieb:

Den "Kapitalimus abschaffen" wirst du niemals, wenn du Parteiversammlungen organisierst oder darauf herumdiskutierst. Das ist verschwendete Energie.

Hi Anne,
Widerspruch! Die Arbeiterklasse benötigt eine politische Partei, die sie "führt".
Grüße, Kersten
schön auswendig gelernt.

"die Arbeiterklasse" existiert nicht (mehr).
selbst wenn "die Arbeiterklasse" sich irgendwohin "führen" ließe ... der Kapitalismus lässt sich nicht "abschaffen".

Eine bessere Welt, gutes Leben für alle, entsteht niemals durch Bevormundung oder "Führung", sondern kann im 21. Jahrhundert nur erreicht werden, wenn möglichst alle Menschen weltweit Selbstbestimmung erlangen. Das heisst, dass jede/r Einzelne sich bewusst dafür entscheidet, sich in ein System alternativ zum Kapitalismus/Patriarchat zu begeben.

Ansätze dazu entstehen überall.
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anne-aa



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BeitragThema: mein politischer Beitrag   Mo Aug 27, 2007 3:05 pm

Hi Nelke,

im "porno"-thread fragst du nach meinem politischen Beitrag. Die Anwort darauf passt vielleicht besser hierher als dort ?

Als vollzeitig berufstätige Single-Mutter mit 2 halbwüchsigen Kindern kann ich mich rein aus Zeitgründen guten Gewissens nicht in politischen Gremien bewegen. Zumindest derzeit nicht.

Ich unterstütze eine überparteiliche kommunale Gruppe, durch Stimmenfang mittels meiner "Kandidatur" bei den Stadtratswahlen.

Für mich absolut wichtig ist es aber, ein authentisches Leben zu führen, in meinem Sinne: finanzielle Unabhängigkeit, selbstbestimmte Lebensgestaltung, freie Liebe, und mich zu informieren, welches meine Interessen tatsächlich sind. (als Frau, als Mutter, als Mensch der im Einklang mit der Natur leben möchte). Das allein ist schon recht zeitaufwendig - eine eigene politische Meinung zu finden !

Ich glaube, dass diese Authentizität in mein Umfeld "strahlt" .... "grins".

Interessante Frage, wie ich finde: wie kann jede/r von uns politisch Wirken - für ein gutes Leben für alle.
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BeitragThema: beitrag von Christiane Reymann   Di Sep 18, 2007 3:57 pm

den habe ich auf der liste beim Rausschneiden übersehen, entschuldigt!
Ihr Lieben,

die Losung „Leben im 4/4-Takt“ finde ich so genial, dass ich dazu unbedingt schreiben muss; zuerst ganz unfertige Gedanken, dann zu Fragen.

Zum „feministischen Arbeitstag“, wie ich ihn genannt habe, habe ich übrigens in den letzten Jahren auf äußerst unterschiedlichen Veranstaltungen der PDS im Osten öfter mal argumentiert. Überall ruft er Verblüffung und großes Interesse hervor. Ich erkläre mir das so: Wir alle, die wir „irgendwie“ links sind, wollen doch das reiche Leben. Wir wollen Erwerbsarbeit, wir wollen mit unseren Kindern, Freundinnen, Freunden, Eltern etc. leben, wir wollen Kultur, die Seele baumeln lassen, klüger werden und wir wollen uns unbedingt einmischen, politisch, was ja keinesfalls heißt: parteipolitisch. Vier Stunden Parteiveranstaltungen pro Tag würden selbst mich hart gesottene Zeitgenossin eher vom feministischen Arbeitstag abbringen.

Meine wichtigste Erfahrung ist: Wir treffen mit dem feministischen Arbeitstag ins Herz. Seine Idee ist einfach und radikal im Sinn von Karl Marx: Radikal sein, heißt an die Wurzel gehen. Die Wurzel des Menschen aber ist der Mensch selbst. Dass wir ausreichend Güter produzieren und Dienstleistungen erbringen, um mit 20 Stunden Erwerbsarbeit auszukommen, dazu haben andere überzeugend argumentiert. Daraus folgte für mich, von dem Lohn für ihre Erwerbsarbeit können die Menschen leben.

Auf das erste Aha-Erlebnis freilich folgen die Einwände – und die sind ganz unterschiedlicher Natur. Am tiefsten sitzt m.E. der Vorbehalt, alle Tätigkeiten – Erwerbsarbeit, Reproduktionsarbeit, gesellschaftlich/politische Arbeit und Kultur/Bildung - als gleich wichtig für ein gutes Leben anzustreben. Ganz allgemein stimmen natürlich viele zu – aber sollen wir das auf die politische Agenda setzen? Ist das nicht zu abseitig, menschelnd, die „zentralen ökonomischen“ mit anderen Fragen der Reproduktion vermuschelnd oder ein bisschen zynisch in einer Zeit, in der so viele Menschen so elementar unter der Abwesenheit von Erwerbsarbeit leiden? Mit dem Leben im 4/4-Takt attackieren wir auch Haltungen, die tief in der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung verwurzelt sind, etwa das protestantische Arbeitsethos, auch den Ökonomismus in linker Politik etc.

Ich denke: Wir brauchen kühne Ideen, um die vielen kleinen Schritte, in denen wir uns ihnen annähern, wert zu schätzen. Und damit unsere Lebenslust nicht verdorrt. Nicht zuletzt deshalb sind mir Einwände zum feministischen Arbeitstag wichtig.

In ihm inbegriffen ist Erwerbsarbeit für alle. Sind wir uns dieser Konsequenz bewusst und sind wir uns darin einig? Gegenüber der Forderung nach allein mehr Erwerbsarbeitsplätzen, einschließlich im öffentlich geförderten Beschäftigungssektor, hat der geviertelte Arbeitstag den Vorteil, dass er die Sorge-Ökonomie einbezieht. Er nimmt das Gesamt der zur gesellschaftlichen und individuellen Reproduktion notwendigen Tätigkeiten in den Blick. In anderen Worten: Wir befreien „Arbeit“ aus ihrem alleinigen Bezug auf kapitalistische Verwertbarkeit, Profitproduktion. („Kolonisierung von Arbeit durch Lohnarbeit“ – Halina) Deshalb werden wir wohl auch intensiver über Inhalt und Organisation von Arbeiten reden?

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Rollenbilder von Mann und Frau radikal verändert werden, wenn beide alle Tätigkeiten gleich viel/lange verrichten. Sie können sich nur verändern, wenn wir unsere Vorstellungen von einem guten Leben, von Humanität, Gesellschaft und Arbeit zum Thema machen.

Indem wir den Arbeitstag durch vier teilen, wird ein erheblicher Druck aufgebaut, die eingeschliffenen, zur Alltagskultur geronnenen geschlechtsspezifischen Arbeitsteilungen aufzuheben. Dieser Druck entfällt, wenn wir den 4/4-Takt auf ein ganzes Leben oder auf Lebensabschnitte verteilen. Trotzdem bin ich dafür. Ähnlich wie Kersten wegen meiner eigenen Arbeitsbedingungen: Wenn ich mich erst mal eingelesen und eingeschrieben habe, vergesse ich alles um mich herum und werde kreativ (oder wütend, verzweifelt). Nach vier Stunden aufzuhören, wäre ganz gemein! Aber unabhängig davon, haben wir ja die berühmte Individualisierung der Lebensbedürfnisse und Lebensentwürfe (s. Halina), die sich mit einem strikten, sich tagtäglich wiederholenden Zeitkorsett schwerlich vereinbaren lassen. Deshalb tendiere ich zu längeren Zeiträumen und zu einer weiten Spannbreite von Möglichkeiten, in denen sich in der Summe das Leben im 4/4-Takt herstellt. Einige Möglichkeiten sind schon angesprochen: Sabbatjahre, (Arbeits-)Zeitkonten. In diesen Fragen können wir aus den Tarifpolitiken, v.a. aus den Grundsatzabteilungen der Gewerkschaften einiges lernen.

Aber soll deshalb das Leben im 4/4-Takt eine Metapher sein, wie Halina es schreibt? Um sie richtig zu zitieren: Sie hat von einer „Metapher gegen die Kolonisierung von Arbeit durch Lohnarbeit“ gesprochen, das sehe ich genauso. Aber ich würde schon gern mit dem Leben im 4/4-Takt Politik machen, ganz traditionell und unkonventionell, rasant „dafür kämpfen“.

Und wie wird der 4/4-Takt geschlagen? Dass nicht jede und jeder dann doch das Waschen, beim Anziehen helfen und verlegte Brillen suchen meidet und lieber „wichtigen“ Arbeiten nachgeht? Ich denke, die Frage können wir getrost zukünftigen Generationen weiter reichen. Denn ohne dass sehr viele Menschen das Bedürfnis nach einem guten Leben entwickeln und damit schon einmal anfangen, würde die erotische Rumba ohnehin von strammer Marschmusik übertönt, ebenfalls im Viervierteltakt.

Jetzt zu den Fragen: Ich würde gern das Leben im Viervierteltakt über Fragen genauer ergründen. Meinetwegen nach der Uralt-Methode: Fragen und Antworten zum Leben im 4/4-Takt. Wo wir auf alle Einwände, die wir selbst haben, auf unsere eigenen Fragen Antworten suchen, die Stellen, an denen sich ein Widerhaken festsetzt, genau angucken, und uns auf Kritiken einlassen, die wir hören.

Hättet Ihr dazu auch Lust? Wollen wir im Verbund mit dem Großen Ganzen Fragen sammeln? „Und sei es nur zum Zweck der Propaganda eine Liste von Fragen aufzustellen, die gänzlich ungeklärt erscheinen“ – oder so ähnlich hat es wohl Brecht gesagt.

Ganz angeregt durch die interessanten Debatten und
mit herzlichen Grüßen

Christiane
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BeitragThema: Grundeinkommen   Mi Nov 14, 2007 1:58 pm

Hallo Christel,

Admin schrieb:
Ich habe wie Frigga Vorbehalte gegen die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens und in Zusammenhang mit dem 4/4Takt stellt sich mir die Frage, ob das Grundeinkommen nicht sowieso den anderen Vierteln zugeordnet werden könnte, das heisst z.B. Lernen absichern, gesellschaftliche Tätigkeit absichern, Ehrenamt absichern, und Erholung. Letzteres geht insbesondere Frauen an, deren Erholung erfahrungsgemäss viel stärker beeinträchtigt oder gefährdet ist als die der Männer.

Das würde heissen, es wird nicht bedingungslos gezahlt sondern in Abhängigkeit von diesen Tätigkeiten. Das würde z.B heissen, dass Menschen, die in Lernphasen ihres Lebens sind, mehr bekommen, weil ja die Erwerbsarbeit kompensiert werden muss. Oder Menschen die nur ehrenamtlich tätig sind in einer Lebensphase, da würde das gleich gelten.

Das wäre ein Verwaltungsaufwand, der den gegenwärtigen übertrifft. Gerade das Abschaffen der Verwaltung ist doch eine entscheidender Beitrag zur Realisierung.
Meinst Du es so: Bafög erhöhen (mal 3?) und für alle, Kindergeld (mal 3-4) erhöhen. Und Gelder für Ehrenamt, für Kunst, für Privatforschung. Wer soll das prüfen ? Also wieder Anträge, Kontrollen, Bettelhaltung.
Das Verzichten auf die Kosten der Verwaltung ist schon die halbe Finanzierung.
Man sollte vielleicht trotzdem Sanktionen einführen für offensichtlichen Missbrauch, etwa auf Antrag von Zeugen (wegen Alkohol, anderen psychischen Erkrankungen (wo Geldverfügung Schaden anrichten kann), Kinderverwahrlosung), also Jugendamt und Gesundheitsamt müsste in solchen Fällen als Ersatz Lösungen anbieten (Therapie).

Admin schrieb:
Das hiesse, das Grundeinkommen würde nicht monatlich ausgezahlt in gleichen Beträgen, sondern jeder Mensch bekäme mit seiner Geburt ein Konto, das er/sie nach Bedarf einsetzen könnte. Diese Idee wird in neoliberalen Ecken diskutiert, glaube ich, unter dem Stichwort „Stakeholder“ nur weiss ich nicht mehr wo ich was dazu gelesen habe. Aber ich finde es sehr bedenkenswert. Nur muss man aufpassen, dass nicht alles monetarisiert wird. Man kann nicht alles in Geld ausdrücken. Das finde ich im Übrigen die grösste Gefahr des bedingungslosen Grundeinkommens, dass alle soziale Sicherheit monetarisiert und vermarktlicht wird. Bei einigen wird ja gesagt, dass mit dem Grundeinkommen alle anderen Sozialleistungen überflüssig werden würden. Das mag mit den geldlichen hinkommen, aber die viel wichtigeren sozialen Leistungen Bildungseinrichtungen, Kranken, Behinderteneinrichtungen, Pflege und v.m. drohen damit auf den Markt geworfen zu werden und dann wird das Grundeinkommen für eine gute Beteiligung nicht reichen. Im Gegenteil die Gefahr der größeren Spaltung der Gesellschaft ist da. Aber das nur am Rande.

Das Letzte verstehe ich nicht, wie meinst Du das ?

Hier aktuelle Aktivitäten um Bedingungsloses Grundeinkommen
(Das Forum (es ist meins, Fee bin ich) ist nicht passend zum Thema, nur der Text):
http://f25.parsimony.net/forum62901/messages/18249.htm

MfG
Gabi

(Wir lernten uns letztes Wochenende in Esslingen kennen. Ich bin die, die immer wieder vom bedingungslosen Grundeinkommen anfing. Jetzt verstehe ich besser Deine Haltung. Ich habe eben mehr Vertrauen in den gegenwärtigen (und vor allem zukünftigen) Bewusstseinsstand. Wenn das zu naiv ist, klärt mich bitte auf.
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BeitragThema: Grundeinkommen   Do Nov 15, 2007 1:48 pm

Hallo Gabi,

"Das wäre ein Verwaltungsaufwand, der den gegenwärtigen übertrifft. Gerade das Abschaffen der Verwaltung ist doch eine entscheidender Beitrag zur Realisierung.
Meinst Du es so: Bafög erhöhen (mal 3?) und für alle, Kindergeld (mal 3-4) erhöhen. Und Gelder für Ehrenamt, für Kunst, für Privatforschung. Wer soll das prüfen ? Also wieder Anträge, Kontrollen, Bettelhaltung.
Das Verzichten auf die Kosten der Verwaltung ist schon die halbe Finanzierung. "

Nein ich stelle es mir nicht als quasi Beantragung in den jeweiligen Lebensphasen vor, sondern das recht auf eine Artu Grundeinkommen für bestimmte Personen, die sich in diesen Lebensphasen befinden: eltern (beide Elternteile, auch patchworkeltern) die mit kindern zusammen leben, Schüler und Studierende, menschen in Weiterbildung... es genügt eine Mitteilung. Aber ich habe mich damit ehrlich gesagt nicht soooo viel beschäftigt, sondern nur versucht, die 4 in 1 perspektive mit dem Grundeinkommen, vielleicht besser Grundsicherung zusammen zu denken. Grundsicherung für kinder müsste ja auch noch rein

"Man sollte vielleicht trotzdem Sanktionen einführen für offensichtlichen Missbrauch, etwa auf Antrag von Zeugen (wegen Alkohol, anderen psychischen Erkrankungen (wo Geldverfügung Schaden anrichten kann), Kinderverwahrlosung), also Jugendamt und Gesundheitsamt müsste in solchen Fällen als Ersatz Lösungen anbieten (Therapie). "

Um gottes willen, was willst du damit los treten? Wenn ein alkoholiker reich ist, hat er auch geld. das problem ist ja nicht die drogenabhängigkeit sondern die folgeprobleme wie geldmangel und illegalität. aber das ist nochmal ein anderes Problem. ich halte es für hoch gefährlich, mit irgendeiner Geldleistung irgendeine soziale Verhaltensweise abstellen oder anregen zu wollen. Das ist geanau die Denke von Christa Müller un dführt in einen bevormundenden Staat (für die Armen!!)

Admin schrieb:
Das hiesse, das Grundeinkommen würde nicht monatlich ausgezahlt in gleichen Beträgen, sondern jeder Mensch bekäme mit seiner Geburt ein Konto,

"Das Letzte verstehe ich nicht, wie meinst Du das ?"

Es gibt Vorschläge aus den USA zum sog. Stakeholder-konto (glaube ich heisst es). Danach wird nicht monatliches Grundeinkommen ausgezahlt, sondern ein Betrag x jedem kind bei der Geburt zugeschrieben; ab einem bestimmten Alter kann man drarüber frei verfügen. Der gedanke ist nich völlig uninteressant, aber ich ahbe ihn auch nicht weiter gedacht....


"(Wir lernten uns letztes Wochenende in Esslingen kennen. Ich bin die, die immer wieder vom bedingungslosen Grundeinkommen anfing. Jetzt verstehe ich besser Deine Haltung. Ich habe eben mehr Vertrauen in den gegenwärtigen (und vor allem zukünftigen) Bewusstseinsstand. Wenn das zu naiv ist, klärt mich bitte auf.
"

Ich will dich in deinem Glauben gar nicht erschüttern. Der Gedanke des GE hat ja was, und gerade die Bedingungslosikeit ist sehr atttraktiv, aber das entbindet nicht davon, sich zu überlegen, wie die folgen sein könnten. und es müsste einfach ausprobiert werden. Irgendjemand hat mir erzählt, in der Schweiz habe es einmal einen modellverscuh gegeben. weisst du was davon??

gruss
christel
das zitieren hat nicht geklapptt, daher habe ich anführungsstriche gesetz
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BeitragThema: Grundeinkommen   Do Nov 15, 2007 3:23 pm

Hallo Christel,

Admin schrieb:
Um gottes willen, was willst du damit los treten? Wenn ein alkoholiker reich ist, hat er auch geld. das problem ist ja nicht die drogenabhängigkeit

Nein ? Drogenabhängigheit ist kein Problem ?
Dann frag mal Angehörige von Drogenkranken, egal ob Geld schon ein Problem ist oder nicht. Den Kranken noch zusätzlich Geld zu geben, ist beinahe Mord.
Mein Ex-Mann (eine ehemalige Jugendliebe) war alkoholsüchtig, als wir uns wiederfanden. Selbst nach der (geschlossenen) Therapie war es für ihn eine enorme Hilfe, monatelang an kein Geld ranzukommen, möglichst "geschlossen" in der Familie eingesperrt zu sein (kein Tropfen davon im Haus), später zusätzlich mit dem Medikament Disulfiram jede Chance auf Alkoholgenuss unmöglich gemacht zu bekommen (der Kreislauf bricht zusammen). Klar ist das Freiheitsentzug. Ein trockener Alkoholkranker hat nunmal nicht die Freiheit das Zeug zu trinken. Nach zwei Jahren war wieder mehr Freiheit möglich, der Druck war ins Beherrschbare geschrumpft. Er blieb sieben Jahre trocken, die Kinder kamen gerade in die Schule. Sie hatten wenigstens in der frühen Kindheit einen lieben Papa. Er war einer von den wenigen, die es wenigesten so lange geschafft hatten. Es sind nur 10 %, die von den Angehörigen VOLLE Unterstützung erhalten. Die restlichen 90% verlieren, nach und nach alles, dann das Leben. Nach dem Rückfall hat er sich von uns getrennt. Ist schnell in eine assoziale Umgebung gesunken und hat durchgetrunken bis zum Tod.

Admin schrieb:
ich halte es für hoch gefährlich, mit irgendeiner Geldleistung irgendeine soziale Verhaltensweise abstellen oder anregen zu wollen. Das ist genau die Denke von Christa Müller und führt in einen bevormundenden Staat (für die Armen!!)

Also ich würde gern die ungesunden Nahrungs- und Genussmittel mit einer Riesensteuer beaufschlagen (oder verbieten, genau wie ungesunde Technik), damit z.B. den Kids der Fruchtsaft bezahlbar bleibt, im Gegensatz zum Bier (und Cola?).
Gesunde Lebensmittel müssen andererseits so preiswert wie möglich sein.

Über Christa Müller weiß ich zuwenig, um die Parallele zu sehen.

Aber von einem guten Staat verlange ich, dass er gegen Armut etwas tut und auch gegen Selbstverstümmelung (krankhafter Alkoholmissbrauch ist nichts anderes, da verstümmelt als erstes der Geist, dann der Körper).

Zitat :
Ich will dich in deinem Glauben gar nicht erschüttern. Der Gedanke des GE hat ja was, und gerade die Bedingungslosikeit ist sehr atttraktiv, aber das entbindet nicht davon, sich zu überlegen, wie die folgen sein könnten. und es müsste einfach ausprobiert werden.

Da muss man fragen wo und wann. Welcher Bewusstseinsstand herrscht im Testgebiet, und wann wird es besser sein ? Bei einem Misserfolg darf das Ergebnis nicht für Jahrzehnte oder Jahrhunderte zum alleinigen Maßstab werden.

MfG
Gabi
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