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GabiM



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BeitragThema: Grundeinkommen   Mi Nov 14, 2007 12:58 pm

Hallo Christel,

Admin schrieb:
Ich habe wie Frigga Vorbehalte gegen die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens und in Zusammenhang mit dem 4/4Takt stellt sich mir die Frage, ob das Grundeinkommen nicht sowieso den anderen Vierteln zugeordnet werden könnte, das heisst z.B. Lernen absichern, gesellschaftliche Tätigkeit absichern, Ehrenamt absichern, und Erholung. Letzteres geht insbesondere Frauen an, deren Erholung erfahrungsgemäss viel stärker beeinträchtigt oder gefährdet ist als die der Männer.

Das würde heissen, es wird nicht bedingungslos gezahlt sondern in Abhängigkeit von diesen Tätigkeiten. Das würde z.B heissen, dass Menschen, die in Lernphasen ihres Lebens sind, mehr bekommen, weil ja die Erwerbsarbeit kompensiert werden muss. Oder Menschen die nur ehrenamtlich tätig sind in einer Lebensphase, da würde das gleich gelten.


Das wäre ein Verwaltungsaufwand, der den gegenwärtigen übertrifft. Gerade das Abschaffen der Verwaltung ist doch eine entscheidender Beitrag zur Realisierung.
Meinst Du es so: Bafög erhöhen (mal 3?) und für alle, Kindergeld (mal 3-4) erhöhen. Und Gelder für Ehrenamt, für Kunst, für Privatforschung. Wer soll das prüfen ? Also wieder Anträge, Kontrollen, Bettelhaltung.
Das Verzichten auf die Kosten der Verwaltung ist schon die halbe Finanzierung.
Man sollte vielleicht trotzdem Sanktionen einführen für offensichtlichen Missbrauch, etwa auf Antrag von Zeugen (wegen Alkohol, anderen psychischen Erkrankungen (wo Geldverfügung Schaden anrichten kann), Kinderverwahrlosung), also Jugendamt und Gesundheitsamt müsste in solchen Fällen als Ersatz Lösungen anbieten (Therapie).

Admin schrieb:
Das hiesse, das Grundeinkommen würde nicht monatlich ausgezahlt in gleichen Beträgen, sondern jeder Mensch bekäme mit seiner Geburt ein Konto, das er/sie nach Bedarf einsetzen könnte. Diese Idee wird in neoliberalen Ecken diskutiert, glaube ich, unter dem Stichwort „Stakeholder“ nur weiss ich nicht mehr wo ich was dazu gelesen habe. Aber ich finde es sehr bedenkenswert. Nur muss man aufpassen, dass nicht alles monetarisiert wird. Man kann nicht alles in Geld ausdrücken. Das finde ich im Übrigen die grösste Gefahr des bedingungslosen Grundeinkommens, dass alle soziale Sicherheit monetarisiert und vermarktlicht wird. Bei einigen wird ja gesagt, dass mit dem Grundeinkommen alle anderen Sozialleistungen überflüssig werden würden. Das mag mit den geldlichen hinkommen, aber die viel wichtigeren sozialen Leistungen Bildungseinrichtungen, Kranken, Behinderteneinrichtungen, Pflege und v.m. drohen damit auf den Markt geworfen zu werden und dann wird das Grundeinkommen für eine gute Beteiligung nicht reichen. Im Gegenteil die Gefahr der größeren Spaltung der Gesellschaft ist da. Aber das nur am Rande.


Das Letzte verstehe ich nicht, wie meinst Du das ?

Hier aktuelle Aktivitäten um Bedingungsloses Grundeinkommen
(Das Forum (es ist meins, Fee bin ich) ist nicht passend zum Thema, nur der Text):
http://f25.parsimony.net/forum62901/messages/18249.htm

MfG
Gabi

(Wir lernten uns letztes Wochenende in Esslingen kennen. Ich bin die, die immer wieder vom bedingungslosen Grundeinkommen anfing. Jetzt verstehe ich besser Deine Haltung. Ich habe eben mehr Vertrauen in den gegenwärtigen (und vor allem zukünftigen) Bewusstseinsstand. Wenn das zu naiv ist, klärt mich bitte auf.
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BeitragThema: Grundeinkommen   Do Nov 15, 2007 12:48 pm

Hallo Gabi,

"Das wäre ein Verwaltungsaufwand, der den gegenwärtigen übertrifft. Gerade das Abschaffen der Verwaltung ist doch eine entscheidender Beitrag zur Realisierung.
Meinst Du es so: Bafög erhöhen (mal 3?) und für alle, Kindergeld (mal 3-4) erhöhen. Und Gelder für Ehrenamt, für Kunst, für Privatforschung. Wer soll das prüfen ? Also wieder Anträge, Kontrollen, Bettelhaltung.
Das Verzichten auf die Kosten der Verwaltung ist schon die halbe Finanzierung. "

Nein ich stelle es mir nicht als quasi Beantragung in den jeweiligen Lebensphasen vor, sondern das recht auf eine Artu Grundeinkommen für bestimmte Personen, die sich in diesen Lebensphasen befinden: eltern (beide Elternteile, auch patchworkeltern) die mit kindern zusammen leben, Schüler und Studierende, menschen in Weiterbildung... es genügt eine Mitteilung. Aber ich habe mich damit ehrlich gesagt nicht soooo viel beschäftigt, sondern nur versucht, die 4 in 1 perspektive mit dem Grundeinkommen, vielleicht besser Grundsicherung zusammen zu denken. Grundsicherung für kinder müsste ja auch noch rein

"Man sollte vielleicht trotzdem Sanktionen einführen für offensichtlichen Missbrauch, etwa auf Antrag von Zeugen (wegen Alkohol, anderen psychischen Erkrankungen (wo Geldverfügung Schaden anrichten kann), Kinderverwahrlosung), also Jugendamt und Gesundheitsamt müsste in solchen Fällen als Ersatz Lösungen anbieten (Therapie). "

Um gottes willen, was willst du damit los treten? Wenn ein alkoholiker reich ist, hat er auch geld. das problem ist ja nicht die drogenabhängigkeit sondern die folgeprobleme wie geldmangel und illegalität. aber das ist nochmal ein anderes Problem. ich halte es für hoch gefährlich, mit irgendeiner Geldleistung irgendeine soziale Verhaltensweise abstellen oder anregen zu wollen. Das ist geanau die Denke von Christa Müller un dführt in einen bevormundenden Staat (für die Armen!!)

Admin schrieb:
Das hiesse, das Grundeinkommen würde nicht monatlich ausgezahlt in gleichen Beträgen, sondern jeder Mensch bekäme mit seiner Geburt ein Konto,

"Das Letzte verstehe ich nicht, wie meinst Du das ?"

Es gibt Vorschläge aus den USA zum sog. Stakeholder-konto (glaube ich heisst es). Danach wird nicht monatliches Grundeinkommen ausgezahlt, sondern ein Betrag x jedem kind bei der Geburt zugeschrieben; ab einem bestimmten Alter kann man drarüber frei verfügen. Der gedanke ist nich völlig uninteressant, aber ich ahbe ihn auch nicht weiter gedacht....


"(Wir lernten uns letztes Wochenende in Esslingen kennen. Ich bin die, die immer wieder vom bedingungslosen Grundeinkommen anfing. Jetzt verstehe ich besser Deine Haltung. Ich habe eben mehr Vertrauen in den gegenwärtigen (und vor allem zukünftigen) Bewusstseinsstand. Wenn das zu naiv ist, klärt mich bitte auf.
"

Ich will dich in deinem Glauben gar nicht erschüttern. Der Gedanke des GE hat ja was, und gerade die Bedingungslosikeit ist sehr atttraktiv, aber das entbindet nicht davon, sich zu überlegen, wie die folgen sein könnten. und es müsste einfach ausprobiert werden. Irgendjemand hat mir erzählt, in der Schweiz habe es einmal einen modellverscuh gegeben. weisst du was davon??

gruss
christel
das zitieren hat nicht geklapptt, daher habe ich anführungsstriche gesetz
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GabiM



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BeitragThema: Grundeinkommen   Do Nov 15, 2007 2:23 pm

Hallo Christel,

Admin schrieb:
Um gottes willen, was willst du damit los treten? Wenn ein alkoholiker reich ist, hat er auch geld. das problem ist ja nicht die drogenabhängigkeit


Nein ? Drogenabhängigheit ist kein Problem ?
Dann frag mal Angehörige von Drogenkranken, egal ob Geld schon ein Problem ist oder nicht. Den Kranken noch zusätzlich Geld zu geben, ist beinahe Mord.
Mein Ex-Mann (eine ehemalige Jugendliebe) war alkoholsüchtig, als wir uns wiederfanden. Selbst nach der (geschlossenen) Therapie war es für ihn eine enorme Hilfe, monatelang an kein Geld ranzukommen, möglichst "geschlossen" in der Familie eingesperrt zu sein (kein Tropfen davon im Haus), später zusätzlich mit dem Medikament Disulfiram jede Chance auf Alkoholgenuss unmöglich gemacht zu bekommen (der Kreislauf bricht zusammen). Klar ist das Freiheitsentzug. Ein trockener Alkoholkranker hat nunmal nicht die Freiheit das Zeug zu trinken. Nach zwei Jahren war wieder mehr Freiheit möglich, der Druck war ins Beherrschbare geschrumpft. Er blieb sieben Jahre trocken, die Kinder kamen gerade in die Schule. Sie hatten wenigstens in der frühen Kindheit einen lieben Papa. Er war einer von den wenigen, die es wenigesten so lange geschafft hatten. Es sind nur 10 %, die von den Angehörigen VOLLE Unterstützung erhalten. Die restlichen 90% verlieren, nach und nach alles, dann das Leben. Nach dem Rückfall hat er sich von uns getrennt. Ist schnell in eine assoziale Umgebung gesunken und hat durchgetrunken bis zum Tod.

Admin schrieb:
ich halte es für hoch gefährlich, mit irgendeiner Geldleistung irgendeine soziale Verhaltensweise abstellen oder anregen zu wollen. Das ist genau die Denke von Christa Müller und führt in einen bevormundenden Staat (für die Armen!!)


Also ich würde gern die ungesunden Nahrungs- und Genussmittel mit einer Riesensteuer beaufschlagen (oder verbieten, genau wie ungesunde Technik), damit z.B. den Kids der Fruchtsaft bezahlbar bleibt, im Gegensatz zum Bier (und Cola?).
Gesunde Lebensmittel müssen andererseits so preiswert wie möglich sein.

Über Christa Müller weiß ich zuwenig, um die Parallele zu sehen.

Aber von einem guten Staat verlange ich, dass er gegen Armut etwas tut und auch gegen Selbstverstümmelung (krankhafter Alkoholmissbrauch ist nichts anderes, da verstümmelt als erstes der Geist, dann der Körper).

Zitat:
Ich will dich in deinem Glauben gar nicht erschüttern. Der Gedanke des GE hat ja was, und gerade die Bedingungslosikeit ist sehr atttraktiv, aber das entbindet nicht davon, sich zu überlegen, wie die folgen sein könnten. und es müsste einfach ausprobiert werden.


Da muss man fragen wo und wann. Welcher Bewusstseinsstand herrscht im Testgebiet, und wann wird es besser sein ? Bei einem Misserfolg darf das Ergebnis nicht für Jahrzehnte oder Jahrhunderte zum alleinigen Maßstab werden.

MfG
Gabi
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